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In diesem Band wird die Ambivalenz gegenüber Fremdem mit ihren beiden Polen von Angst und Ablehnung bis hin zum Haß einerseits (horror alieni) sowie Neugier und Interesse bis hin zur Liebe (amor) von der Struktur des Selbst her, wie es sich im alltäglich-lebensweltlichen Zusammenhang entfaltet, untersucht. Die These lautet, daß das Fremde, das in ganz unterschiedlichen Formen z. B. als kulturell Fremdes, als das Fremde des Wahnsinns oder das ganz Andere der mystisch-religiösen Erfahrung erscheint, die Zufälligkeit (Kontingenz) der eigenen Art und Weise zu sein erfahrbar zu machen vermag, dies ist ein Potential zugleich des Erschreckens über die Beliebigkeit des eigenen Selbst wie der Befreiung über die Aufhebbarkeit der eigenen Begrenztheit. Diese These wird durch die Entwicklung eines dialektischen Begriffs personaler Identität subjektstrukturell fundiert. Es wird so ein Bild des Selbst entworfen, dessen widersprüchliches Oszillieren zwischen Selbsterhaltung und Selbstaufhebung in der ambivalenten Reaktion auf Fremdes manifestiert wird.