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Was verliert ein Mensch, wenn er alles verliert - und was bleibt? Cormac Duffey, ehemaliger Wohlstandsprediger einer texanischen Megachurch und irischer Theologe, nähert sich dieser Frage auf ungewöhnlich persönliche und intellektuell mutige Weise. In seinem Essayband verbindet er autobiografisches Schreiben mit systematischer Theologie und stellt dabei das Kreuz ins Zentrum eines Denkens, das keine einfachen Tröstungen anbietet.Duffeys Essays kreisen um eine provokante These: Das Kreuz ist kein Ort des Triumphes, sondern ein Ort der Leere - und gerade darin liegt seine theologische Wahrheit. Wer die Botschaft des Christentums auf Erfolg, Wachstum und sichtbaren Segen reduziert, hat das Zentrum verfehlt. Duffey weiß, wovon er spricht. Seine eigene Biografie - der Aufstieg in amerikanische Megachurch-Strukturen, der Zusammenbruch, die Rückkehr nach Irland - durchzieht die Essays als stiller Subtext und verleiht dem theologischen Denken eine Glaubwürdigkeit, die rein akademische Texte selten erreichen.Die Themen spannen einen weiten Bogen: von der Kritik an der Prosperitätstheologie über die Theologie des Scheiterns bis hin zu mystischen Traditionen des Loslassens und der Kenosis. Duffey liest Johannes vom Kreuz neben modernen Soziologen, Simone Weil neben irischen Volksfrömmigkeitstraditionen. Sein Stil ist dabei ungewöhnlich: präzise, manchmal schonungslos, niemals selbstgerecht.Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die Theologie nicht als Antwortmaschine, sondern als ehrliches Fragen verstehen - und die bereit sind, sich von einem Denker begleiten zu lassen, der die Kunst des Verlierens am eigenen Leib erlernt hat.
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