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Die Tränen Gottes
Was, wenn das Kreuz nicht Gottes vollkommener Plan war - sondern eine vermeidbare Tragödie?
Zweitausend Jahre lang glaubten wir: Die Erlösung ist vollendet. Das Kreuz war von Anfang an Gottes perfektes Szenario, ein Triumph, kein Verlust.
Doch was, wenn genau das ein Irrtum ist? Was, wenn selbst Gott am Ende einer Geschichte steht, die anders hätte verlaufen können - und die bis heute Menschenleben fordert?
Alice Thorne, Historikerin an der Universität Cambridge, glaubte einst fest an Gott. Ihre Tochter Sophia träumte von der Versöhnung zwischen den Kindern Abrahams und betete unablässig für den Frieden Jerusalems. Dann nahm ein Terroranschlag ihr alles. Seither ist Alices Glaube zu Eis erstarrt. Ein Gott, der nicht eingreift, wenn ein betendes Kind stirbt, ist für sie kein Gott mehr, dem man vertrauen kann - nur ein gleichgültiger Zuschauer über dem Leid der Welt.
Dann macht Alice in der Wüste am Toten Meer einen Fund, der alles verändert: einen unscheinbaren Krug mit einer uralten Schriftrolle darin. Es ist das Evangelium des Jonathan - das Zeugnis eines Apostels, den die Geschichte vergessen hat, versiegelt in Sand und Schweigen für zweitausend Jahre.
Was die Rolle offenbart, ist kein Gott der Macht und des Sieges, sondern ein „tragischer Vater", der von seinem geliebten Volk durch Missverständnis und Verrat getrennt wurde - und dennoch weiter an seiner Seite weint. Jesu wahrer Wunsch, so Jonathans Zeugnis, war nicht das Opfer am Kreuz, sondern echte Versöhnung mit seinem Volk, ein Ende der Mauern zwischen Freund und Feind. Als dieser Wunsch mit Füßen getreten wurde, blieb dem Kreuz nur die Rolle der zweitbesten, bitteren Option.
Die Geschichte führt zurück zu den ältesten Brüdererzählungen der Bibel - Kain und Abel, Jakob und Esau - und zu einem einzigen folgenschweren Satz am Ufer des Jordan: Als Johannes der Täufer erklärte „Ich bin nicht Elia", distanzierte er sich von Jesus und setzte damit eine Kette in Gang, die geradewegs nach Golgatha führte. Aus dem gehofften Messias wurde in den Augen der Menge ein falscher Prophet - und eine vermeidbare Tragödie wurde zur historischen Unausweichlichkeit.
Inmitten des Kreuzwegs, zwischen Spott und Peitschenhieben, drängt sich ein kleines Mädchen durch die Menge: Esther, die Tochter des Apostels Jonathan. Mit zitternden Händen wischt sie Jesus Blut und Schweiß vom Gesicht - die einzige, die in diesem Moment seinem verwundeten Herzen nahekommt. Seine letzten Worte an sie, „Dein Vater sieht deine Tränen", tragen ein stilles Versprechen über zwei Jahrtausende hinweg.
Doch Jonathan selbst schweigt jahrzehntelang aus Furcht vor der Spaltung der jungen Kirche - bis der Verlust seiner eigenen Tochter im Krieg ihn zwingt, endlich niederzuschreiben, was er verstanden, aber verschwiegen hat.
Ein Vater. Eine Mutter. Zwei verlorene Töchter, getrennt durch zweitausend Jahre und doch untrennbar verbunden. Eine Wahrheit, die so lange im Wüstensand schwieg.
Die Tränen Gottes entfaltet daraus eine neue Lesart der „Wiederkunft": kein Ereignis, das eines Tages vom Himmel herabkommt, während wir untätig gen Himmel blicken - sondern eine „unvollendete Hochzeit", die wir selbst vorbereiten müssen. Versöhnung statt Hass. Verständnis statt Verurteilung.
Entstanden aus fünfzehn Jahren theologischer Reflexion, ist Die Tränen Gottes mehr als historische Fiktion. Es stellt vertraute Glaubensantworten infrage und berührt zugleich die universelle Frage: Warum müssen gute Menschen leiden - und warum schweigt Gott dazu?
Wenn Sie dieses Buch zu Ende gelesen haben, wird Ihre Bibel keine bloße Aufzeichnung der Vergangenheit mehr sein, sondern eine Einladung in die Zukunft.
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