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Die Zukunft des politisch nicht länger in Ost und West geteilten Europas entscheidet sich daran, ob im Osten die (Wieder)Gründung und im Westen die Weiterentwicklung von Bürgergesellschaften gelingt. In dieser Überzeugung gab es nach 1989/90 einen nachtotalitären Konsens. "Civil Society" - Bürgergesellschaft - war das Schlagwort dafür: also die Aufnahme einer Leitidee der englischen Aufklärung: die Überwindung ökonomischer und politischer Rückständigkeit durch aktive Bürger, die im ungehinderten, gewaltfreien, rechtsstaatlich begrenzten Wettbewerb ihren privaten Nutzen suchen und dabei zugleich das Gemeinwohl mehren. Heute ist deutlich, daß die Gegenkräfte stärker als zunächst vermutet sind: Im östlichen Europa blühen Mafia-Strukturen auf, entstehen nicht "Zivil-, sondern Schmutzgesellschaften" (W. Eichwede). Und im Westen? Auch hier Zivilitätseinbußen u.a. als Folge von Migrationsschüben. Wird die vom Gebot gewaltfreier Konfliktregelung bestimmte Idee einer Civil Society zur Utopie - "nobel, aber weltfremd" (C. Leggewie)? Welche Folgen hat das für die Europäische Union als ein "Europa der Bürger" (H. Schneider)?
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