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Gerrit Kouwenaar gilt als einer der wichtigsten niederländischen Dichter des 20. Jahrhunderts. In seiner jetzt wiederentdeckten Novelle, die in den Fünfzigerjahren erstmalig erschien, erzählt er die Geschichte des siebzehnjährigen Schülers Karel Ruis im Mai 1940 - kurz vor dem Überfall der Deutschen auf die Niederlande. Karel ist ein Außenseiter und Sonderling, der sich zunehmend Tagträumereien hingibt, um seinem bürgerlichen Alltag zu entfliehen. Doch seine Fantasien bekommen einen deutlich gewaltsamen Einschlag, immer öfter drehen sich Karels Gedanken um Tod und Zerstörung, den Krieg scheint er geradezu herbeizusehnen. Als er sich in eine junge Jüdin verliebt und mit ihr fliehen möchte, wird deutlich, dass ihre Fluchtpläne für ihn lediglich nach einer spannenden Unternehmung klingen, während sie für die junge Frau ein verzweifelter Überlebensversuch sind. Aber die Wirklichkeit rückt nun immer näher an ihn heran ... Was wie ein Abenteuerroman beginnt, wird zur brutalen Realität eines Kampfes, der mit der Kapitulation und Besetzung der Niederlande endet. Mit großer Sensibilität und Intelligenz fängt Kouwenaar die naiven Sehnsüchte seines jungen Protagonisten ein und zeigt, was passiert, wenn ein Siebzehnjähriger innerhalb weniger Tage in eine grausame Reife gestoßen wird. "Fall, Bombe, fall" ist existenziell, schonungslos und unausweichlich.