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"Selbstbewußtsein" ist ein Kernbegriff des philosophischen Denkens. Er betrifft theoretische, praktische und ästhetische Fragen gleichermaßen. Zugleich scheint die Struktur des Selbstbewußtseins rätselhaft. Wie kann ich mir meiner selbst bewußt sein, ohne mich in Zirkeln zu verfangen? Muß ich eine uneinholbare Vertrautheit mit mir selbst annehmen? Oder läßt sich das Selbstbewußtsein mittels Unterscheidungen erfassen, die seine Einheit dennoch bewahren? Neben die fragwürdige Struktur des Selbstbewußtseins treten seine verschiedenen Dimensionen. Hat das bewußte Selbst eine Geschichte? Wie verhält es sich zum natürlichen Sein? Betrifft es überhaupt etwas Seiendes oder vielleicht nur eine Funktion? Zuletzt dient der Begriff des Selbstbewußtseins zu einer historischen Zäsurbildung. Das moderne Denken, das um ihn kreist, wurde mit seiner Hilfe vom vormodernen Denken abgegrenzt. Aber ist diese Abgrenzung gerechtfertigt? Sind nicht vielmehr bereits in Antike und Mittelalter die Strukturprobleme des Selbstbewußtseins erkannt und auf eigene Weise behandelt worden? Muß das Selbstbewußtsein daher als eine epochenübergreifende Problematik betrachtet werden? Die Beiträge des Hefts bieten mögliche Antworten auf diese Fragen an. Peter Rohs, Münster: Selbstbewußtsein, zeitliches Werden und Evolution Jens Halfwassen, Heidelberg: Geist und Selbstbewußtsein bei Plotin Simone Neuber, Heidelberg: Sartres Konzeption des präreflexiven Bewußtseins. Eine kritische Relektüre Gunnar Hindrichs, Basel: "Ich denke" und "Ich bin" Maxi Berger, Oldenburg: Selbstbewußtsein. Zur Rekonstruktion eines Vermögens sui generis