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»Zu verstehen, wie Liebe ein zentraler und konstitutiver Modus und Motor der Politik sein kann« ist wichtigstes Ziel des Philosophen Michael Hardt in diesem Notizbuch. »Die Verfahren der Liebe« kreist um Liebe als ein Projekt mit einer eigenen Zeitlichkeit, das Prozesse der Zusammensetzung und Auflösung zur Folge hat. Ein politischer Liebesbegriff erweckt das revolutionäre Ereignis und die Zeremonien der Wiederkehr auch außerhalb des Privaten zum Leben. In diesem Sinne wird Liebe als zugleich intimes und gesellschaftliches Phänomen untersucht, das Multiplizitäten zusammenbringt und Begegnungen choreografiert. Nach dem Vorbild des Dramatikers Jean Genet (1910-1986) müssen wir den Ereignissen rituell, so Hardt, »das Feld bereiten« und sie auf diese Weise einleiten und »machen«. Ergänzend kann ein politischer Liebesbegriff nur durch Institutionen wirksam werden, die die Zeremonien der Wiederkehr erlebbar machen. In Zeremonien wird die Zeitlichkeit von Ereignissen transformiert, da sich die Wiederkehr einer sozialen Begegnung trotz vertrauter Muster immer wieder unvorhersehbar gestaltet. Der politische Philosoph und Literaturtheoretiker Michael Hardt (*1960) ist Professor für Literatur und Italianistik an der Duke University, Durham, North Carolina.