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Die Entwicklung der Kunstszene in der Weimarer Republik ist ohne die Arbeit des Kritikers, Publizisten und Vermittlers Paul Westheim (1887-1963) undenkbar. Wie kaum ein anderer hat er sich um Kunst und Künstler des 20. Jahrhunderts verdient gemacht, hat sie beschrieben, gefördert und ihre Werke gesammelt. Heute berühmte Vertreter des Expressionismus wie Otto Dix, Ernst Kirchner und Oskar Kokoschka wurden vor allem durch ihn einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ist er den neuen Herren als Propagandist der sog. Entarteten Kunst und wegen seiner politischen Einstellung und jüdischen Herkunft dreifach verhasst, sodass er bereits sehr früh ins Exil nach Frankreich gehen musste. Nach dem deutschen Einmarsch in Frankreich wird er interniert, kann jedoch fliehen und findet schließlich in Mexiko ein neues Zuhause, wo er durch seine Arbeiten über die altmexikanische Kunst und indianische Architektur bekannt wird und bis heute hohe Wertschätzung genießt. Als er 30 Jahre nach seiner Flucht Deutschland erstmals wieder besucht, stirbt er ganz überraschend in Berlin.