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Die Beschäftigung mit der deutschsprachigen Prosa-Literatur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Realismus-Diskussion hingen von Beginn an sehr eng miteinander zusammen. Die theoretische und philosophische Diskussion über den Realismus, über das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit sowie die Darstellungsmöglichkeiten von "Wirklichkeit" in Medien der Kunst führte immer wieder auch zur Neulektüre der Texte von Autoren jener Zeit (von Gustav Freytag und Gottfried Keller bis Friedrich Spielhagen und Theodor Fontane), die bereits von diesen selbst und ihren Zeitgenossen als "realistisch" bezeichnet wurden. Die in der Diskussion lange beliebten Vorstellungen, die sich in den erläuternden Adjektiven "bürgerlich", "programmatisch" oder "poetisch" ausdrückten, wurden zunehmend als unzureichend betrachtet. Dem radikalen Vorschlag, den Begriff als zu unspezifisch aufzugeben, standen und stöhne neue differenziertere Überlegungen gegenüber. Die Beiträge des vorliegenden Sonderheftes prüfen, wie das Fragezeichen im Titel nahe legt, aus verschiedenen Perspektiven die Verwendbarkeit des Begriffs "Realismus".
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