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Das Erkenntnisinteresse des Buches rückt die Frage der Legitimität und Legitimation von Gewalt ins Zentrum der Analyse; dabei soll die Legitimationsfrage aus der Perspektive der Gewaltakteure selbst herausgestellt werden. Legitimität ist nicht eine einmal erworbene und dann garantierte Qualität, sondern sie muss immer aufs Neue erworben und gerechtfertigt werden. Genau dieser Prozess steckt hinter dem Selbstverständigungsprozess bzw. Diskursivierungs-Strategien der bewaffneten Gruppen: die Rechtfertigung und Rationalisierung des Gewalthandelns in den Augen der eigenen Gemeinschaft. Das Ziel der Publikation kann man in Anlehnung an Marcel Proust mit dem Ziel umschreiben, neue Augen für die Beobachtung von Gewalt zu erreichen. Auf alternative Art und Weise könnte man auch von neuen Linsen sprechen, durch die man Gewaltphänomene betrachten möchte. Um also in die Köpfe der Gewaltakteure blicken zu können, braucht man entweder neue Linsen, durch die man Gewaltphänomene betrachtet, oder ganz neue Augen.