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"Soll Medizin alles dürfen, was sie kann?" Dies ist die zentrale Frage, die in modernen medizin- und bioethischen Diskursen immer mehr an Aktualität gewinnt. Diskussionen um die Zulässigkeit von Klonen, Gentechnik, pränataler Diagnostik, Schwangerschaftsabbruch, Organtransplantation, Sterbehilfe und künstlicher Lebensverlängerung zeigen oft ideologische Bruchlinien auf, die zwischen verschiedenen Kulturen, aber auch innerhalb einer Kultur verlaufen. Besonders aktuell werden diese Fragestellungen dann, wenn medizinische Eingriffe nicht mehr Teil einer dialogischen Beziehung zwischen Arzt und Patient sind, sondern Spiegelbild einer zunehmenden "Vergesellschaftlichung des menschlichen Körpers" werden. Dies ist besonders bei jenen Eingriffen gegeben, die zu Beginn und am Ende des menschlichen Lebens vorgenommen werden. In diesem Buch werden die unterschiedlichen islamischen Rechtspositionen zu diesen brisanten Themen dargelegt, in ihrer historischen und kulturellen Dynamik analysiert und den Argumenten westlicher Bioethik gegenübergestellt.